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JUGENDSTIL-LIEDER
Brigitte Prammer - Sopran
Manfred Schiebel - Klavier
Bernhard Biberauer - Violine (Wiener Philharmoniker)
Gerhard Marschner - Viola (Orchester der Wiener Staatsoper)
Raphael Flieder - Violoncello (Wiener Philharmoniker)
Hermann Ebner - Horn (Niederösterreichische Tonkünstler)
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Franz Schreker: 1878-1934
8 Lieder op. 7 für Gesang und Klavier

Joseph Marx: 1882-1964
       Windräder
       Erinnerung
3 Lieder nach Texten von Anton Wildgans (1916)
       Du bist der Garten
       Durch Einsamkeiten
       Adagio

Gustav Mahler: 1860-1911
       Hans und Grete
       Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald

Richard Strauss: 1864-1949
       Allerseelen
       Das Alphorn

 
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PREISER RECORDS, LC 00992, 17281 90701

Für Raritätenjäger eine wirklich gewinnbringende Publikation: Wer kennt schon die 8 Lieder op. 7 von Franz Schreker? Zumal es sich um Texte unbekannter Dichter wie Julius Sturm, Dora Leen oder Ernst v. Scherenberg handelt, und nur Das Lied des Harfenmädchens von Theodor Storm stammt. Titel wie Wiegenliedchen, Zu späte Reue, Traum oder Spuk verweisen auf die unterschiedliche Thematik, 3 der Lieder handeln von Rosen. Alle sind musikalisch anspruchsvoll, verlangen mit ihrer bewegten Linienführung, oft kräftigen Intervallsprüngen und hohen Schwebetönen von der Sopranistin technische Sattelfestigkeit und Modulationsfähigkeit. Brigitte PRAMMERs jugendlich anmutiger Sopran mit aparter Mittellage und klarer Höhe wird diesen Anforderungen voll gerecht. Ihr frischer Gesang gibt der zeitgemäßen Dekadenz keine Chance, dominant zu werden. Der Pianist Manfred SCHIEBEL sorgt dafür, dass bei jenen Schreker- und Marx-Liedern, wo die Tonalität am Kippen ist, die dem Ohr schmeichelnde Harmonie dennoch gewahrt bleibt. In Joseph Marx's Windrädern (Text: Oscar Falke) zeichnet die Klavierstimme sehr anschaulich die sperrigen Drehungen der Räder nach, in die der Sopran kontrapunktisch hineinsingt. Ganz romantisch geht's hingegen im Eichendorff-Lied Erinnerung zu ("Ich hör die Bächlein rauschen...). Zum Interessantesten dieser Gattung zählen zweifellos die drei Wildgans-Lieder (1916), deren je eines von der Violine, Viola und vom Cello begleitet wird, die mit dem Klavier sehr lebendige Zwiesprache halten. Noch dazu werden diese Instrumente von Wiener Philharmonikern (Bernhard BIBERAUER, Gerhard MARSCHNER, Raphael FLIEDER) gespielt! Das Violinsolo am Ende von Du bist der Garten hat die Delikatesse des 1."Rosenkavalier"-Finales, Bratsche und Cello zeigen sich in Einsamkeiten bzw. Adagio von ganz neuen Seiten, und das Nachspiel im 3. Lied ist ein Extrazuckerl für Cello-Fans. - Nach den volksliedhaften Mahler-Gesängen aus "Des Knaben Wunderhorn", Hans und Grete und Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald, die die Stimmschönheit der Sopranistin besonders zur Geltung bringen, enthält die CD zum Abschluß 2x Richard Strauss: In Allerseelen (Text: Gilm), das ja meist von Männerstimmen zu hören ist, kann die flexiblere Frauenstimme die "duftenden Reseden" mit weit mehr Raffinement zum Klingen bringen. Ein Höhepunkt der Aufnahme ist Das Alphorn (Kerner), das Strauss seinem Vater gewidmet hat, der ja Hornist im Münchner Hofopernorchester war und selbst Kompositionen für dieses Instrument schrieb. Singstimme, Horn (Hermann EBNER, N.Ö.Tonkünstler) und Klavier liefern einander einen tonschönen sportlichen Wettkampf um den musikalischen Vorrang! Sehr amüsant. Straussens virtuose Spielfreude und die Souveränität der drei Interpreten kommen hier besonders gut zur Geltung.

- Sieglinde Pfabigan (aus: "Der Neue Merker", Dez. 2005)









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